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WPU KLEGS in Büsum

15.03.2012 08:01

Tausch für einen Tag: Schulküche gegen Restaurantküche

KLEGS – das steht für K wie Konsum, L wie Lebensstil, E wie Ernährung, G wie Gesundheit und S wie Soziales und wird im Wahlpflichtunterricht ab Kasse 7 an der Gemeinschaftsschule Meldorf angeboten. Bis zum Erreichen ihres Bildungsabschlusses - zwischen drei und vier Jahren - werden die Schülerinnen und Schüler in dem vierstündigen Kurs unterrichtet.

Seit Beginn des Schuljahres setzen sich 13 Schülerinnen und 2 Schüler aus den 7. Klassen mit Hygienevorschriften auseinander, übten das Lesen von Rezepten, lernten verschiedene Haushaltshelfer und ihren Gebrauch kennen und trainierten den Umgang mit Herd und Backofen. Jetzt wollten sie zeigen, was sie gelernt haben – und fuhren dafür zu einem Profi. Karl-Heinz Kolle, Inhaber und Küchenchef des Büsumer Restaurants „Kolles Alter Muschelsaal“ hatte den KLEGS-Kurs eingeladen, bei ihm und mit ihm zu kochen.

Die Aufregung war groß. Der Wechsel von der Schulküche zur Profiküche stand an. Alle Schüler erschienen viel zu früh zum „Unterricht“. Und dabei war es ein Montag, also Ruhetag in „Kolles Alten Muschelsaal“. Doch mit der Ruhe war es schnell vorbei. Karl-Heinz Kolle hatte kaum Zeit sich vorzustellen, da wurde er schon mit Fragen bestürmt. Wie wird man Koch? Woher kommen die ganzen Muscheln? Sind die alle echt? Ein Blick auf die Uhr zeigte, es ist noch Zeit für eine kurze Exkursion in die Geschichte des Hauses, mit seinen Muscheln und natürlich auch der "Wilhelmina", einer Gallionsfigur, wie sie keiner der Jugendlichen je zuvor gesehen hat.

Doch dann ging es an die Arbeit. Die Gruppe wurde schnell in zwei Hälften aufgeteilt. Eine Hälfte ging mit Kolle in die Küche. Zuerst musste das Dessert vorbereitet werden. Creme Caramel mit Erdbeersauce stand auf dem Menüplan. Das Staunen war groß. "Alles aus Edelstahl!", wurde fasziniert geflüstert. Dazu der riesige Gasherd, die ungewohnten Gerätschaften und selbst bekannte Dinge wie Kellen und Schneebesen in viel größerer Anzahl und Auswahl als zu Hause. Doch zum Staunen blieb gar nicht so viel Zeit. "Du misst die Milch ab und erhitzt sie mit der Vanilleschote, du kümmerst dich um die Sahne,  du schlägst die Eier auf und literst sie aus, du wäscht und putzt die Erdbeeren, ihr bereitet die Tassen vor." In kürzester Zeit war jeder im Einsatz und arbeitete konzentriert an der zugewiesenen Aufgabe.

Während in der Küche das Dessert vorbereitet wurde, blieb die andere Hälfte mit Kolles Ehefrau Heidi im Restaurant. Die Restaurantmeisterin weihte die Schülerinnen und den Schüler in die Geheimnisse des Polierens von Bestecken und Gläsern ein, von deren Glanz sie begeistert waren. Anschließend deckte die Gruppe die Tische für das anschließende gemeinsame Essen. Hier konnte endlich in der Praxis angewandt werden, was in der Schulküche in der Theorie erlernt wurde - wie wird richtig eingedeckt, wohin mit den Gläsern, Tischdeko und Servietten falten. Dazu gab es noch eine kleine Besteckkunde, in der auch Hummerzange und Austerngabel zu Ehren kamen.

Als das Dessert im Ofen garte, wechselten die Gruppen. Die zweite Gruppe eroberte die Küche. Für sie hieß es Champignons putzen und schneiden für die Champignonrahmsauce, Kartoffeln waschen, schälen und schneiden für Pommes frites und Putenbrust in 60 g große gleichmäßige Scheiben schneiden für die Schnitzel. Während Kartoffeln schälen und Champignons putzen schon zu den vertrauten Aufgaben gehören, war das Schneiden der gleich großen Putenschnitzel eine echte Herausforderung. Anschließend wurden die Schnitzel noch plattiert und paniert, bevor sie in die Pfanne kamen.

Obwohl der Tisch fürs Essen schon bereit war, hatte die Restaurantgruppe noch eine Menge zu tun. Sie lernten, wie für ein Fünf-Gänge-Menü richtig eingedeckt wird und verloren zugleich die Scheu vor vielen Bestecken. Und als Überraschung zauberten sie noch einen Cocktail zum Essen.

Dass das anschließende Essen geschmeckt hat, muss hier gar nicht weiter erwähnt werden. "Das beste, was ich je gegessen habe!", war nur ein Ausruf von vielen.

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von dem Tag in "Kolles Alter Muschelsaal" und auch Karl-Heinz und Heidi Kolle waren zufrieden. "Es waren alles nette und interessierte Jugendliche, die zugehört, aber auch Fragen gestellt haben."

Für den KLEGS-Kurs war es ein Highlight in diesem Schuljahr und sie fragten am folgenden Schultag: "Können wir nächstes Jahr wieder zu Kolles nach Büsum?"

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