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THEATER im FORUM: "BRAUN - HEMD"

23.01.2019 07:00

„Braunhemd - die Begegnung“

Foto: Jugendliche aus der Gegenwart 2019 treffen auf Gleichaltrige aus der Vergangenheit  1937 im THEATER im FORUM 

Eine geheimnisvolle Tür in der heutigen Jugendherberge Sachsenhausen wird auf einer Klassenfahrt zum Stargate für die Begegnung von Jugendlichen aus den Jahren 1937 und 2019. Mit dieser Idee einer Zeitreise ins nationalsozialistische Deutschland der dreißiger Jahre haben Jugendliche um Gerhard Manzke,  dem Jugendschutzbeauftragten des Kreises Dithmarschen, im Jahr 2016 Themen wie Fremdenfeindlichkeit und  Zivilcourage aufgegriffen und filmisch umgesetzt. Der entstandene  Film „Braunhemd – die Begegnung“ zeigt mögliche Parallelen zwischen 1937 und der Gegenwart auf. Er konfrontiert jeden Betrachter und jede Betrachterin  mit der Frage: „Wie hätte ich damals reagiert?“  Gleichzeitig gelingt dem Film, in Jugendlichen Interesse zur kritischen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Zeit zu wecken. Der Film erfuhr eine Auszeichnung im Wettbewerb Deutscher Generationenfilmpreis.

Von diesem Zuspruch getragen, entstand 2017 das entsprechende Jugendtheaterstück zum Film. Bereits im Sommer des letzten Jahres ging nach einem Casting eine  Theater-Crew in die zweite Vorstellungsrunde.  Das Ensemble besteht aus sieben Jugendlichen im Alter von 13 – 17 Jahren. Einer dieser Jugendlichen ist Bane Wittmack, Schüler unserer Gemeinschaftsschule Meldorf: „Unser Theater im Forum ist ideal für eine Aufführung. Wir würden gerne auf unserer Bühne spielen. Gerd Manzke ist einverstanden. Er meinte, ich solle Sie `mal fragen.“ Mit der Antwort ließ Schulleiterin Sabine Schwartz nicht lange auf sich warten. Gleich mit zwei Aufführungen erreichte das Theaterteam seine eigene Altersgruppe und Lehrerinnen und Lehrer. Eine besondere Herausforderung für die Jugendlichen: „Dieses Mal kenne ich fast alle aus dem Publikum. Das macht schon nervöser.“ Galt ein Auftritt Schülern und Schülerinnen der GMS, so ging für einen weiteren die Einladung an Klassen unserer Nachbarschule MGS. Das Feedback fiel durchgängig positiv aus. 

Die Jugendlichen überzeugten in ihren Rollen als  (1937) Friedrich, Frieda, Eva und (2019) Marie, Lena, Svend sowie als Ansagerin zwischen den Zeiten am Handlungsort Sachsenhausen. Das repräsentative Haus in Sachsenhausen wurde 1937 erbaut und 1938 als Dienstsitz des Inspekteurs der SS bezogen. Von hier wurde ein Teil des schwarzen KZ-Imperiums verwaltet.  1937 leben Friedrich und Frieda  in dem Haus. Als Besuch kommt  Eva. Eines Tages öffnen Friedrich, Frieda und Eva eine verbotene Tür. Sie treffen in der Jetztzeit auf Gleichaltrige, die in dem Haus, mittlerweile eine Jugendherberge, „auf Klassenfahrt“ sind.  Die Schüler und Schülerinnen aus der Gegenwart nehmen den unverhofften Besuch als Bereicherung ihrer Klassenfahrt, die sie nach Sachsenhausen führte, um dort die Gräuel des Nationalsozialismus zu behandeln Das Interesse am Dritten Reich und an der aktuellen Entwicklung hält sich allerdings in Grenzen. Shopping versus Flüchtlingsheim: „Was geht mich der Nazikram  2019 noch an? Das kann doch hier nicht mehr passieren!!“

Mehrere Besuche wecken gegenseitiges Interesse, aber auch Verunsicherungen. Es geht um Whatsapp, Judenverfolgung, Mobbing, Krieg, BdM-Bund deutscher Mädel, Hitlerjugend und Youtube-Stars. Insgesamt eine brisante und diskussionsanregende Mischung.  Wir danken dem tollen, engagierten Theater-Team um Gerhard Manzke für „die Begegnung“.

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