Start > Archiv > NewsReader

Wer bin ich? Was will ich, macht mich aus?

23.03.2018 07:00

Theaterpädagogik mit  „Püppchen“ wirft Fragen zur eigenen Lebenssituation auf.

Foto: Protagonistin Shirin beim Wäschefalten. Nur wenige Meter davor eine Waage, der Glücksanzeiger für Lena.

An unserer Schule liegt in Klassenstufe 8 im Fach Verbraucherbildung ein Schwerpunkt auf dem Ernährungsverhalten. Mit „Püppchen“, einer Theater-Aufklärung über Essstörungen, unterstützt die AOK NORDWEST bereits zum dritten Mal unsere Präventionsarbeit um Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie. 
Das Stück „ Püppchen" führt sensibel die Geschichte von Lena und Shirin vor, die ohne davon zu wissen, ähnliche Wege gewählt haben, um mit ihren Problemen umzugehen. Lena soll zu Hause funktionieren und besonders ihre überlastete Mutter unterstützen. Ein Großteil des Haushalts wird auf ihre Schultern gelegt und dann soll sie auch noch die Vorzeige-Tochter sein. Keiner fragt sie, was sie möchte und deshalb findet sie für ihre Situation nur die Beschreibung: "Mein Leben ist zum Kotzen“. Und das ist, was sie tut.

Ihre Schulfreundin Shirin nimmt in letzter Zeit sehr viel ab. Sie merkt nicht, wie sich ihre Wahrnehmung verändert und sich in ihr der Eindruck verfestigt, dass sie niemand mehr zu verstehen scheint: „Nur noch 2 Kilo abnehmen, wo ist denn da das Problem?“ Torsten, der immer zufällig auf dem Sportplatz ist, wenn Shirin trainiert, bemerkt die Veränderung. „Warum macht die das? Schade, vorher was sie so witzig!“ Schulfreund Simon entwickelt seine eigenen Ideale: „Heute hat nur Erfolg,  wer `nen Ferrari fährt und Muskeln ohne Ende hat. Die haben doch nachher das Sagen!“

Ob und wie es diese Jugendlichen schaffen, miteinander und mit ihren Lebenssituationen umzugehen, davon handelt „Püppchen“. Der Titel ist nicht zufällig gewählt, schließlich funktionieren Püppchen, sind hübsch anzusehen und hängen im Marionettenspiel an Fäden. In der theaterpädagogischen Nachbereitung zum Stück wird in spielerischen Aktionen der Inhalt aufbereitet. Die Schüler/innen können so ihre Wahrnehmung sensibilisieren. Sie entwickeln Möglichkeiten, für sich einzustehen und sich Hilfe zu holen, wenn sie diese benötigen.

 

Zurück