von BastianClaußen

Der „Schultheaterspielplan 2025/26“ der Gemeinschaftsschule Meldorf in Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater

Theatervorstellung in der „Ditmarsia“, Klassenzimmerstück in der Gemeinschaftsschule, Workshop und Theaterbesuche der Wahlpflichtkurse „Darstellendes Spiel“

Es war im vergangenen Frühsommer, als die gemeinsamen Überlegungen und der Austausch des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und der Gemeinschaftsschule Meldorf für dieses Schuljahr begannen; über Inhalte von Theaterstücken für das junge Publikum wurde diskutiert, man beratschlagte über Ziel- und Altersgruppen, Termine wurden auf beiden Seiten fest disponiert. Und so entstand der „Schultheaterspielplan 2025/26“, der Anfang Dezember seine ersten Umsetzungen fand.

Am Morgen des 3. Dezembers marschierten ca. 95 Schüler und Schülerinnen aller 5. Klassen mit Lehrkräften von der Gemeinschaftsschule gemeinsam in Richtung Innenstadt, um sich in der „Ditmarsia“ eine Vormittagsvorstellung von „Lahme Ente, blindes Huhn“ von Ulrich Hub anzuschauen. Bereits im Unterricht wurden die Themen des Stückes besprochen: Was bedeutet Freundschaft? Kommt es auf Äußerlichkeiten an? Was ist Glücklichsein? Und daneben: Wie kann eigentlich ein Mensch ein Huhn oder eine Ente darstellen, geht das überhaupt? Wie sehen die Kostüme aus? Wird es ein Huhn mit weißen oder mit braunen Federn sein? Wie werden die Stimmen klingen? Nach dem Vorstellungsbesuch und zurück in der Schule wurden die Fragen im Klassenverband beantwortet und auch Unterschiede zur Buchvorlage, aus der vorab vorgelesen worden war, festgemacht, wie etwa: Auf der Bühne wurden Gummibärchen und keine Erdnüsse gegessen! „Es hätte länger dauern können.“, so stellte ein Schüler fest und nahm der Lehrkraft das Versprechen ab, dafür Sorge zu tragen, dass noch einmal ein gemeinsamer Theatervorstellungsbesuch stattfinden wird.

Während die 5. Klassen also am Mittwoch das Theater besuchten, kam am Dienstag und Donnerstag ein Team des Landestheaters in die Gemeinschaftsschule, um für die 6. Klassen nacheinander das Stück „Die Eisbärin“ von Eva Rottmann in ihren Klassenzimmern zu spielen. Eigentlich dachten die Schüler und Schülerinnen, dass Unterricht nach Plan stattfinden würde, die (eingeweihten) Lehrkräfte eröffneten dementsprechend auch den Unterricht – wurden jedoch von dem Auftritt der Schauspielerin unterbrochen. Sie spielte die „Eisbärin“, eine Influencerin, die in ihre angeblich ehemalige Schule für einen Besuch zurückkehrte. Nach der Vorstellung, welche die Lernenden auch aktiv mitgestalteten, tauschten sich diese, die Theaterpädagogin, die Schauspielerin und die Lehrkraft über die angesprochenen Themen aus: Wie finde ich meine Identität? Was genau macht mich aus? Was tun, wenn ich mit meinem Wesen ausgegrenzt werde?

Jetzt steht ja erst einmal Weihnachten vor der Tür - vielleicht werden die 7. Klassen irgendwann danach auch überrascht werden?

Das Zuschauen, das Mitfühlen und -denken ist ja im Theater immer das Eine – das Einfühlen und Spielen einer Figur immer das Andere. So beschäftigt sich die Lerngruppe des Wahlpflichtfaches „Darstellendes Spiel“ der 8. Klassen seit ein paar Wochen mit William Shakespeares Komödie „Der Sommernachtstraum“. Die Schüler und Schülerinnen nehmen mehrere Rollen an, schreiben die Texte um und finden eine für sie passende Darstellung, die sie in die verschiedenen Welten führt: in das prunkvolle Schloss und die Hochzeitsvorbereitungen des Königspaares Theseus und Hippolyta, die diskussionsreichen Proben der Handwerker, die erstmals ein Theaterstück aufführen sollen, die zauberhafte Welt der Elfen, die bei den Menschen Verwirrung stiften. Mitte Januar begrüßt die Gemeinschaftsschule wiederum ein Team des Landestheaters als Gast. In einem Workshop wird mit der Lerngruppe an der Entwicklung von Figuren im Allgemeinen gearbeitet werden, um zusätzliche Impulse zu setzen.

Im Frühsommer, wenn sich das Schuljahr und damit auch der Schultheaterspielplan dem Ende zuneigt, werden die beiden Wahlpflichtkurse „Darstellendes Spiel“ der 8. und 9./ 10. Klassen nach Hamburg fahren, um sich dort in Schauspielhäusern Vorstellungen anzuschauen und um Blicke hinter die Kulissen zu wagen.

Zu dieser Zeit wird sich sicher schon über den Schultheaterspielplan des nächsten Schuljahres ausgetauscht werden.

Gudrun Bär

Lehrkraft Darstellendes Spiel